Eine Mine für einen Dollar

Die Sambier wünschen sich eine staatliche Beteiligung an der Minenindustrie. Jetzt hat Glencore zwei Minen verkauft, jeweils für einen Dollar. Gleichzeitig muss das Land einen Teil der Schulden übernehmen. Die Schuldenrückzahlung erfolgt aus Umsatzbeteiligungen und Glencore bleibt bis dahin alleinige Abnehmerin des Kupfer und Kobalts. Man spricht hier von zehn bis siebzehn Jahren je nach Entwicklung der Rohstoffpreise.

Ist das noch ein guter Deal? Können überhaupt die Sambier die Minen effizient bewirtschaften. Was passiert mit der Umwelt? Wie geht es weiter mit den Sozialleistungen, mit der Glencore die Allgemeinheit versorgt hat?

Die Region Copperbelt ist keine klassische Tourismusregion, doch eine intakte Natur sollte überall geschaffen werden. Mit guten Lebensbedingungen. Ob das die Regierung schafft, wo ja keine wirklichen Fortschritte erzielt hat und der Präsident eine dritte, verfassungswidrigen Amtszeit anstrebt.

In Sambia fehlt es an Bildung sich im komplexen Rohstoffgeschäft zu bewähren. Da sind auch die Verträge mit Glencore, die geschluckt werden mussten. Klar, Verhandlungen können Abmachungen ändern, doch dazu braucht es Verhandlungsgeschick. In Afrika herrscht das Bittstellertum der Glaube, dass Gott alles richtet. 

Wir wünschen den Sambiern viel Glück und haben hier den Artikel aus der WOZ veröffentlicht

WOZ Artikel zum Minendeal von Glencore

Finanzsystem in Afrika – braucht es neuen Schuldenerlass?

Sambia hat vor 15 Jahren den Grossteil seiner Schulden erlassen bekommen. Jetzt stellt sich diese Frage erneut. Die Hälfte aller Einnahmen gehen in den Schulden, dann muss z.B. Erdöl oder Autos importiert und für Schulen, Gesundheit und die staatliche Verwaltung braucht es ebenso Geld.

Das Vermögen und die Minen sind zum Grossteil privatisiert, sie werfen Steuereinnahmen ab, doch das genügt nicht, um das Land aufzubauen. Die Investoren kommen nicht aus Afrika, eine Binnenwirtschaft interessiert nicht, nur die gute Rendite abgesichert mit Rohstoffeinnahmen.

Tourismus ist ein Treiber für Binnenwirtschaft, es braucht Hotels, Restaurants, Reiseführer, alles Dinge, auf den ersten Blick mit wenig Kapital. Doch genau betrachtet, ist es oft eine Blase, die aufgebaut wird, aufwändige Safaris. Besser als nichts, dennoch der Tourist könnte mehr tun. Badeurlaub z.B., gerne auch in Malawi oder Mosambik, wichtig, dass Afrika zu Geld kommt und Unternehmertum entsteht. Doch, wenn die Ferien immer kürzer und billiger werden? Das Knowhow überall fehlt und nur an einfachste Bildung gedacht wird?

Artikel über Sambia bei der Deutschen Welle

Sambia und die Zuger Doppelmoral

Ich habe im September 2020 den Film “Der Ast auf dem ich sitze”, von Luzia Schmid gesehen, wo sich Kleinstadt Zug zu einen der wichtigsten Rohstoffhandelszentren der Schweiz entwickelt. 

Im Film spielt immer wieder die Situation in Sambia. Dort wo im Copperbelt Kupferminen liegen, deren Besitzer zum Grossteil Glencore ist. Einst sind die Minen verstaatlicht, Misswirtschaft und sinkende Weltmarktpreise, Verschuldung forderten die Privatisierung. Glencore konnte günstig kaufen und holte viele Steuervorteile heraus. Die Staatseinnahmen durch Rohstoffe machen heute noch 10-20% aus, gegen 60% vor früher. 

Glencore setzt Gelder für Bildung und Gesundheit in den Minenorten, doch auch anderswo wird Geld gebraucht, der Staat ist  entmachtet. Die Schweiz ist für den Rohstoffhandel eine Drehscheibe, hier werden Gewinne verbucht und versteuert, allerdings zu einen tieferen Satz. 

Aktivisten in Sambia fordern Änderungen, es kommt zu immer neuen Gesetzen, die am Widerstand der Konzerne scheitern. Menschen leben in Armut, die Schweiz in Reichtum. Offensiver Kampf dagegen fehlt in Zug, der Politiker Gerhard Pfister meint, die Welt sei nicht reich für alle und der Wettbewerb fair. 

Ich persönlich bin betroffen. Die sambischen Offiziellen wollen keine Kritik verlauten, die Wirtschaftsmacht von Glencore ist hoch. Wenn wir mit Tourismus Geld nach Sambia bringen, haben alle was davon, bitte auf Augenhöhe. 

Eine Info zum Film
Luzia Schmid – der Ast auf dem ich sitze